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Im Flow sein: erfülltes Leben, leicht gemacht

Es war Hochsommer: Die kleine Lisa spielte ganz selbstvergessen mit einem Drachen am Strand. Die Seebrise wehte ihn hin und her, manchmal zog sie ihn fast weg von ihr, wie in einem Tanz. 

Warum machte Lisa so etwas überhaupt? 

Und warum machte es sie so glücklich?

Mehr als der Bürojob, der heute ihre Miete bezahlt? 

Diese Fragen beschäftigen uns Menschen seit sehr langer Zeit. In dem letzten halben Jahrhundert hat sich eine besondere Branche der Psychologie, die Glücksforschung, wissenschaftlich damit auseinandergesetzt. Professor Mihály Csíkszentmihályi fand eine Antwort und nannte sie: Flow.

Flow-Erleben macht glücklich

Flow-Erleben: was ist das?

Was Lisa beim Spielen mit dem Drachen erlebte war Flow. 

Flow zu erleben bedeutet, derart verschmolzen mit deiner Tätigkeit zu sein, dass du alles andere, Gedanken, Ängste und sogar die Zeit vergisst: Du bist ganz in deinem Element, voller Freude.

Im Flow zu sein macht dich einfach glücklich, weil es dich vollkommen ins Hier und Jetzt bringt. So genießt du dein Leben in vollen Zügen. 

Kindern fällt es besonders leicht, in diesen Zustand zu kommen. Genau das finden wir an ihnen so faszinierend: Die Unbeschwertheit und Freude, mit der sie durch das Leben gehen. 

Erwachsene wie du und ich können aber auch Flow erleben. 

Die Flow-Forschung hat gezeigt, dass unabhängig von Alter, Kultur oder Bildungsniveau, Flow-Erfahrungen immer sehr ähnlich beschrieben werden. Noch interessanter ist, dass sich Flow gleich anfühlt, unabhängig von dem was man tut: Ob man klettert, Geige spielt oder schreibt, Flow zeigt immer das gleiche Gesicht.

Wie sieht das nun aus?

Die Gesichtszüge des Flow

Flow-Erleben zeigt immer die gleichen acht Facetten.

Und zwar:

Die Grafik unten zeigt aus meiner Sicht die vier Facetten, die man aktiv beeinflussen kann, um in den Flow zu kommen.

Die andere vier Bestandteile sind eher Anzeichen, dass man im Flow ist.

Mehr darüber erfährst du gleich.

Und zu guter Letzt entdeckst du hier, was der Sinn des Flow ist.

Lass uns mit unserer kurzen Reise durch die Welt des Flow anfangen!

Fokus

Flow zu erleben macht dich glücklich, weil du dabei völlig im Hier und Jetzt aufgehst.

Dafür braucht Flow deine volle Aufmerksamkeit. Keine Gedanken im Kopf.

Eine Eiskunstläuferin, die Angst vor dem Sturz hat, verliert ihre Unbeschwertheit und kann nicht mit Musik und Eis verschmelzen.

Aber warum ist Fokus so flüchtig und schwierig beizubehalten?

Die Antwort liegt zwischen deinen Ohren. 

Das Gehirn kann nur sehr wenige Informationen parallel aufnehmen und bewusst verarbeiten, viel weniger, als dich ständig überfluten. Dafür hat es gelernt, sehr selektiv mit Informationen umzugehen: Die meisten davon werden aussortiert  bevor sie überhaupt ins Bewusstsein gelangen. 

Das ist Fokus: Eine ständige, selektive Auswahl an Informationen.

Die Herausforderung dabei ist nicht, sich auf eine Sache zu fokussieren, sondern eher Ablenkungen die immer auftauchen, wie zum Beispiel Sorgen, Tagträume oder das „kurz auf das Handy schauen“ zu vermeiden.

Wenn du aber wie ein Wächter bewusst versuchst, Ablenkungen zu fesseln, benutzt du dafür einen Großteil deiner wertvollen Konzentrationsfähigkeit. So tauchst du nicht ins Hier und Jetzt.

Flow braucht eine Art mühelosen Fokus, der erreicht wird, wenn du deine Gedanken freiwillig loslässt. 

Um das zu erreichen helfen klare Ziele und Feedback. Das sehen wir gleich.

Willst du mehr über das Thema Fokus wissen? Hier findest du einige Artikel darüber.

Saftige Ziele sind gut

Klare Ziele

Klare Ziele sind wie ein Polarstern, der dir die Richtung zeigt und dein Handeln lenkt.

Dabei helfen sie dir sogar zweimal.

Zuerst motivieren sie dich. Große, saftige Ziele sind besonders gut dafür, weil sie dich inspirieren und deinem Handeln einen übergeordneten Sinn verleihen. So machst du dich auf den Weg.

Ein großes Ziel ist zwar inspirierend, aber kann dich auch überfordern: Wo sollst du damit anfangen? 

Die Lösung: klare, kleine Ziele, die sofort ausführbar sind. Wenn du dein großes Ziel in kleine Häppchen brichst, weißt du genau, was du im Hier und Jetzt dafür tun musst und kannst dich darauf fokussieren.

Nehmen wir nochmal als Beispiel eine Eiskunstläuferin: Das große, saftige Ziel, eine Medaille zu gewinnen, motiviert sie. Anderseits zeigen ihr die Spielregeln (kleine, ausführbare Ziele), was sie genau dafür tun muss.

Willst du mehr darüber wissen? Hier findest du einige Artikel rund um das Thema Ziele.

Feedback durch Journaling

Feedback

Ziele und Fokus geben dir Energie, aber helfen dir langfristig nicht, Flow zu erleben, wenn du die Wirkung deines Handelns nicht unmittelbar spürst: Früher oder später kommst du einfach vom Weg ab.

Um auf deinem Weg zu bleiben, hilft dir sowohl positives als auch negatives Feedback.

Positives Feedback bestätigt dich. Das ist erfreulich, wie die Goldmedaille für die Eiskunstläuferin.

Negatives Feedback stattdessen überrascht dich. Du kannst dadurch über deine Grenzen hinauswachsen, wenn du die Möglichkeit annimmst. Andererseits kann es dich runterziehen oder dir gar Angst machen.

Die Flow-Forschung hat herausgefunden, dass eine gute Mischung zwischen positivem und negativem Feedback optimal ist, um Flow zu erleben. Das ist die passende Herausforderung. Mehr darüber hier.

Wie kannst du konkret Feedback suchen, wenn du keines bekommst?

Mein Tipp: Gib es dir selbst, indem du deine Erfolge und Fehler sichtbar machst.

Dafür gibt es viele Methode. 

To-do Listen durchstreichen, Erfolgsbalken, Punkte sammeln & Co. sind schon weit verbreitet.

Was mir besonders hilft, ist Journaling. 

Passgenaue Herausforderung

Stress und öde Routine sind die zwei Seiten derselben Medaille: Das Verhältnis zwischen deinen Fähigkeiten und Herausforderungen, wie im Bild unten zu sehen ist.

Flow und passgenaue Herausforderung

Wenn die Herausforderungen für dich zu groß sind, kommst du in Stress. Wenn sie zu klein sind, schaltest du dein Autopilot an.

Das Leben schwingt, gleich einem Pendel, hin und her, zwischen dem Schmerz und der Langeweile.

Arthur Schopenhauer 

Nicht gut. 

Wenn aber deine Fähigkeiten und Herausforderungen gut zusammenpassen, ist eine Tätigkeit einfach spannend. 

Hier bist du im Flow.

In diesem Sweetspot bist du außerdem am neugierigsten: Studien haben gezeigt, dass langweilig nicht nur das ist, was man schon kennt und deswegen banal findet, sondern auch, was zu kompliziert ist, wie bei Schülern, die abschalten, wenn sie den Stoff nicht verstehen. 

Mit der passgenauen Herausforderung bist du stattdessen einfach selbstmotiviert: Der Weg wird zum Ziel.

der Weg ist das Ziel

Intrinsische Motivation

Genau das erlebte die kleine Lisa beim Spielen mit dem Drachen: Sie war herausgefordert, aber wusste, dass sie es schaffen kann, ganz allein. Das machte einfach Spaß.

Das ist eine sehr schöne Facette vom Flow-Erleben: Die intrinsische Motivation, die aus der passgenauen Herausforderung entsteht (in Fachjargon: autotelische Erfahrung).

Wichtig ist dabei, dass die Herausforderung das Gefühl vermittelt, Erfolg haben zu können. 

Das bringt uns zur nächsten Facette des Flow.

Gefühl von Kontrolle

Gefühl von Kontrolle

Flow zu erleben bedeutet, vollkommen im Hier und Jetzt zu sein. 

Wenn du dir Sorgen machst, ist das unmöglich. 

Die passgenaue Herausforderung macht dich neugierig, ohne dich abzuschrecken. Du wagst Neues, aber mit einem Gefühl von Kontrolle.

Kontrolle zu fühlen, heißt hier nicht, alles zu kontrollieren. Es bedeutet viel mehr, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben. 

Die Eiskunstläuferin kann nicht die Performances ihrer Wettbewerberinnen beeinflussen, die vielleicht bekannter als sie sind. Wenn sie aber Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten hat, lässt sie sich nicht von dieser Angst stören. Sie weiß einfach, dass sie gewinnen kann.

Interessant ist, dass viele Situationen, von denen Menschen berichten, ein Gefühl von Kontrolle zu haben und dadurch Flow zu erleben, gefährlich sind. Klettern zum Beispiel. Viel gefährlicher als der Alltag, in dem die Menschen sich oft Sorgen machen.

Wie kann man das erklären?

Wenn du raus aus deiner Komfortzone kommst, lernst du deine Grenzen kennen: Du weißt, zu was du fähig bist. Noch besser: Du lernst Neues und wächst über deine Grenzen hinaus. So wächst dein Gefühl von Kontrolle mit.

Das Gefühl von Kontrolle im Flow lässt dich beklemmende Ängste vergessen und mit der Tätigkeit verschmelzen, bis zum Verlust des Selbstgefühls.

achtsamer Fokus macht glücklich

Verlust des Selbstgefühls

Im Flow bist du derart in deinem Element, dass du das Selbstgefühl verlierst.

Das wird nicht nur von Menschen berichtet, die Flow erleben. Es wurde auch physiologisch beobachtet: Der präfrontale Cortex, das Gehirnareal, in dem das Ego wohnt, zeigt während Flow-Erfahrungen eine reduzierte Aktivität.

Dein Selbstgefühl wird im Flow mit einem Gefühl von enger Verbundenheit mit dem Umfeld ersetzt: Die Grenzen fallen.

Das ist eine Gemeinsamkeit und zugleich ein Unterschied zwischen Flow-Erleben und Meditation: In beiden Zuständen befreist du dich von deinem Ego und fühlst dich dadurch tief mit deiner Umgebung verbunden. 

Während du aber beim Meditieren urteillos dein Bewusstseinsstrom von außen beobachtest und ihn losfließen lässt, tauchst du beim Flow-Erleben in den Bewusstseinsstrom ein.  

Das sind sozusagen die zwei Seiten derselben Medaille, wie ein- und ausatmen.

Verändertes Zeitgefühl

Verwandt mit dem Verlust des Selbstgefühls ist die letzte Facette des Flow: das veränderte Zeitgefühl.

Stunden vergehen in Minuten, Minuten in Stunden: Kennst du das Gefühl?

Wenn du darüber nachdenkst, existieren Zeit, Vergangenheit und Zukunft nur in unseren Köpfen, in Form von Erinnerungen, Plänen, Erwartungen. 

Wenn du im Flow so eng verbunden mit der Realität im Hier und Jetzt bist, dass du dein Selbstgefühl verlierst, spielt die Zeit keine Rolle mehr.

So neigt sich unsere kurze Reise zu den Ursprüngen des Flow dem Ende zu.

Zu guter Letzt werden wir nun zusammen entdecken, was der Sinn des Flow ist.

Der Sinn des Flow

Flow ist eine „autotelische Erfahrung“, das heißt, sie ist selbstmotivierend. Zum Beispiel das Spielen: Es macht einfach Spaß.

Aber warum finden wir es so reizvoll?

Auf einer Seite erlebst du im Flow eine tiefe, grenzenlose Verbundenheit mit deiner Umgebung bis zum Verlust des Selbstgefühls im Hier und Jetzt. 

Anderseits blühst du im Flow auf: Du wächst persönlich über deine Grenzen hinaus. 

Diese ausgeglichene Kombination von voller Offenheit für die Außenwelt und persönlichem Wachstum deiner Innenwelt schenkt dir ein Gefühl von Freude und Erfüllung: das ist das Gefühl des Flow.

Das erleben oft spielende Kinder, begeisterte Forscher, Sportler und Reisende.

Was ist aber, wenn das Gefühl vorbei ist, wie bei dem Zocker, der zurück zur Realität kommt?

Das Licht geht aus.

Wie wäre es, wenn stattdessen ein Gefühl des Flow dein ganzes Leben durchströmen würde?

Das ist möglich: Dafür brauchst du ein großes, saftiges Ziel, das wie ein roter Faden durch dein Leben geht und dir ein wiederkehrendes Flow-Erlebnis schenkt. Ein Lebensthema, eine Mission, die deinem Leben Sinn stiftet. Dein Ikigai.

Das ist der Sinn des Flow.

Sinn des Flow

Fazit: Erfülltes Leben, leicht gemacht

Flow ist ein wunderbarer Zustand, der dir die Freude und Unbeschwertheit von spielenden Kindern wiederschenkt. 

Das Mittel der Wahl gegen Stress und öde Routine. 

Noch besser: Durch Flow kannst du mit Leichtigkeit persönlich wachsen und dir ein Leben erschaffen, das dich wirklich erfüllt.

Und du?

Wann hast du zuletzt Flow erlebt?

Schreibe mir gerne deine Antwort in die Kommentare!

Zu guter Letzt: Wenn du mehr Flow im Alltag möchtest, reicht es nicht zu wissen, wie man es tut. 

Du musst es tun.

Ich helfe dir gerne dabei!

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Klingt gut? 

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